Narration
die Gesprächigkeit der Dinge
Ob bewusst oder unbewusst – wir müssen die Objekte unserer Wahrnehmung interpretieren. Wir deuten die Gestalt und suchen nach dem Ausdruck der Dinge. Im Laufe der Evolution haben wir gelernt, in Wolkenfetzen Gesichter zu erkennen, aus zufälligen Flecken oder Sternenbildern Figuren zu assoziieren. Menschen ertragen es nicht, dass ihnen die Dingwelt fremd ist. Sie versuchen, ihr durch kognitive Auslegung und emotionale Aneignung näher zu kommen. Deshalb nehmen wir Häuser als Gestalten wahr und sehen in Fenstern Augen etc. Unabhängig davon, ob der Erbauer dies will, oder nicht, die Dinge sprechen zu uns. – Sie erzählen Geschichten. Dies als gestalterischer Mensch ignorieren zu wollen ist vermessen.
Gleichgültig, ob es sich um expressive Formenfülle oder minimalistische Reduktion handelt - die Dinge wecken und bewegen unsere Gefühle und Gedanken. Sie sprechen von Selbstbewusstsein, Zerbrechlichkeit, Aggressivität, Grössenwahn, Selbstgenügsamkeit, Macht, Lebensfreude, Einsamkeit, Offenheit, Hass, Fröhlichkeit, Strenge, Selbstverleugnung, Pragmatismus, Gemütlichkeit, Trägheit, Wildheit, Introvertiertheit, Leichtigkeit, Ängstlichkeit, Verstümmelung, Humor, Ironie und meist von einer komplexen Mischung aus all diesen Elementen.
Auch das Material spricht zu uns. Die stoffliche Erscheinung der Dinge besitzt ein eigenes Wesen und eine eigene Selbstgewissheit, die sich nicht wegdiskutieren lässt und die man besser nicht ignorieren sollte. Die Objektwelt hat einen prägenden Ausdruck und deshalb eine emotionale Wirkung. Für diese Eindrücke zu sensibilisieren und diese bewusst in die Formfindung einzubeziehen, verstehen wir als wichtigen Teil unserer Arbeit.
Narration
the communicativeness of things
Whether intentional or not, we are forced to interpret the objects of our perception. We interpret the design and search for the expression of things. During the course of evolution, human beings have learned to see faces in cloud fragments, figures in random splotches or constellations. Man cannot stand a world of objects that are foreign to him. He tries to understand his surroundings through cognitive interpretation and emotional appropriation. That’s why we perceive buildings as figures and see faces in windows. Independent of whether the creator of these objects intended such an effect, objects speak to us. They tell stories. As a designer, ignoring this fact would be presumptuous. Regardless of whether we’re dealing with a wealth of expression or a minimalist reduction – objects awaken and move our feelings and thoughts. They speak of self-confidence, fragility, aggressiveness, megalomania, self-sufficiency, power, vivacity, loneliness, openness, hate, joyfulness, rigor, self-denial, pragmatism, coziness, laziness, wildness, introversion, lightness, timidity, mutilation, humor, irony and most of time a complex mixture or any number of these elements.
Material also speaks to us. The material appearance of things possesses its own being and self-certainty whose existence cannot be rationalized away or ignored. The world of objects has a formative expression and due to this, an emotional effect. An important part of our work is sensitizing students to these effects, which can then be consciously incorporated into the form-finding process.