2007 fand das Projekt »Houses in Motion« erstmals statt. Der Ort war damals eine leer stehende Autowerkstatt in Berlin. Ausgangssituation war ein geschlossener Kubus aus Spanplatten. Er hatte eine Größe von 3x4x2m und stand in der Mitte des Raumes. Mit dem ersten Eingriff an diesem Kubus startete das Projekt. Ziel war es, von diesem Grundobjekt ausgehend ständig neue Räume, Situationen und Formen entstehen zu lassen – ein mobiles Gehäuse, das permanent emotionale Verdichtungen ausspuckt.
Nach einem rotierenden System übernahmen verschiedene Gruppen unterschiedliche Aufgaben wie Konzeption, Ausführung, Video-Dokumentation bis hin zur alimentären Versorgung der rund 40-köpfigen Studierendengruppe. Für den Bau des Gebildes inklusive dessen performative Bespielung gab es einen einzigen Tag, immer Freitags von 10-24 Uhr. Durch skulpturale Eingriffe und Performances, durch Ton, Licht, Farbe und Requisiten veränderte der Kubus an zehn aufeinanderfolgenden Wochen seine Gestalt und Ausdruckskraft.
2016 wurde das Projekt erneut realisiert, mit leicht veränderten Regeln: Der Ort von „Houses in Motion III-IV war nun unser Klassenraum im Hauptgebäude der UdK, Raum 235, in der Mitte wieder ein Spanplattenkubus, kleiner diesmal, mit einer Grundfläche von 1 x 1 Metern und einer Höhe von 3 Metern. Das rotierende System blieb erhalten. Die Bearbeitungszeit erhöhte sich auf 7 Tage - immer noch eine maximal kurze Zeit, um den Auftrag zu erfüllen: Entwicklung einer Idee, Besorgen von Material, Bau eines Raumgebildes, Einstudieren der Performance, Entwicklung eines Kamerakonzepts für die filmische Dokumentation des Umbaus und der Performance. Durch die konzeptionell geplante zeitliche Limitierung standen die Studieren unter enormen Zeitdruck. Mut und die Erlaubnis zum Scheitern, Improvisation und Zufall, Einfallsreichtum und Engagement spielten dadurch die wesentliche Rolle.
2024 gab es die dritte Staffel von „Houses in Motion“, Ort und Bedingungen blieben die gleichen wie 2016. Ausgangspunkt für die ersten Eingriff war diesmal jedoch ein voll eingerichteter Raum: Der Salon. Alles Material, welches in den vorangegangenen zwei Jahren im „Salon“ verbaut wurde, wurde nun im Laufe des Projekts zerlegt, recycelt und in neue Raumgebilde transformiert werden.